Im Westen wird vornehmlich mit Interesse registriert, dass es Unruhen im Iran gibt. Dem vormaligen und anscheinend neu gewählten Präsidenten Ahmadineschad wird vorgeworfen Millionen von Stimmen gefälscht zu haben. Das Volk ist wütend und dank Errungenschaften wie dem Internet gelingt es dem weltlichen Führern nicht eine angestrebte vollkommene Nachrichtensperre durchzusetzen.
Durch Nachrichtenschnipsel via Twitter, Amateuraufnahmen mit dem Handy und in zahlreichen Blogs kann der interessierte westliche Bürger sich, neben den Berichterstattungen der Nachrichtensender, ein eigenes Bild von der Stimmung der „Wahlverlierer“ im Iran machen. Das Interesse im Westen ist da, die Hoffnung der Oppositionellen groß und doch sollte die Kritik gestern durch den religiösen Führer verurteilt werden. Die Proteste seien falsch und sie schadeten dem iranischen Staat und dem Glauben. Bleib nun abzuwarten ob die Demonstranten sich fügen oder bei einer erneuten Demonstration ihren Unmut kundtun.
Es ist wohl zu früh um abzusehen ob das Land sich bereits im Umsturz befindet. Eine winzige Chance ist wohl da, doch können die Demonstranten dauerhaft nur etwas erreichen wenn größere Interessensgruppen, wie beispielsweise die Basaris, sich der Kritik anschließen. Ist das Land Iran wirklich schon so weit sich gegen den religiösen Führer Chamene’i zu stellen? Ein Land in dem die Religion so tief verwurzelt ist, dass sie sich die Machtverhältnisse durch einen religiösen Führer diktieren lässt (was momentan nach dem Staatskonstrukt Irans rechtens ist)?
Das einleitende Bild zeigt eine Frau die das grüne Band trägt, mit dem sie Unterstützung für die Opposition unter Mussawi öffentlich zeigt. Die Steine in ihrer Hand lassen auf die Enttäuschung und den Wunsch nach Vergeltung schließen die dem Regime nun geballt entgegenschlägt, in einem Land und System in dem friedliche Proteste nichts nützen. Auch in zahlreichen westlichen Großstädten zeigen Iraner ihre Solidarität, hier jedoch mit friedlichen Protesten und dem grünen Band, das zum Symbol geworden ist. Im Iran selbst sind die Bürger so verzweifelt, dass ihnen friedfertige Proteste als Sprachrohr nicht mehr ausreichen. Wut und Enttäuschung bricht sich ihren Weg, und so eskalieren viele Demonstrationen.
Sieht man sich die Opposition an, so wird man bei genauerer Betrachtung feststellen, dass Mussawi so weit nicht entfernt ist von den Interessen des Gottesstaates die momentan noch Ahmadinedschad vertritt. Heißt, auch im Falle eines Umsturzes bleibt abzuwarten ob das System gestürzt wird oder vielmehr nur ein anderer die Rolle des weltlichen Führers übernimmt und die Lehren des religiösen Führers in der Politik verbreitet. Solange sich also in der Gesellschaft Irans nicht etwas ändert und Religion den Alltag bestimmt, wird sich in der Führung des Staates ebenso nichts ändern. Religion hat mit Demokratie nuneinmal nichts zu tun.
Religion ohne religiöse Fanatiker? – wir würden uns es so sehr wünschen.







